Der Abschluss der Schöpfungszeit
Mit dem Fest des Heiligen Franziskus endet die Schöpfungszeit dort, wo die moderne Schöpfungsspiritualität ihren stärksten Bezugspunkt hat. Franz von Assisi besang in seinem Sonnengesang die Elemente als Geschwister: Bruder Sonne, Schwester Mond, Bruder Wind, Schwester Wasser, „die sehr nützlich ist und demütig, kostbar und keusch“. Schöpfung war für ihn kein Objekt, sondern Familie.
Papst Franziskus wählte nicht zufällig diesen Namen, als er seine Enzyklika Laudato si‘ über die Sorge für das gemeinsame Haus verfasste. Die Traditionslinie von Assisi bis zu unserem Leitwort „Lebendiges Wasser“ zeigt: Schöpfungsverantwortung ist keine neue Mode, sondern eine der ältesten geistlichen Haltungen des Christentums, eine, die die kfbö bewusst mit weiblichen Stimmen weitererzählt, die in der offiziellen Kirchengeschichte oft nur eine Randbemerkung wert waren.
Zum Abschluss dieser Serie schließt sich damit ein Kreis: von der Frau am Brunnen über Mirjam am Schilfmeer und das Wasser aus dem Felsen bis zurück zur franziskanischen Schwester Wasser, sechs Wochen, sechs Frauen, sechs Projekte, ein gemeinsamer Strom christlich-feministischer Erinnerung.