Geschichte

Wir machen uns stark für Frauen in Kirche und Gesellschaft.

Was sind wir Heutigen anderes als Zwerginnen auf den Schultern von Riesinnen? Auch die katholische Frauenbewegung ist eine gewachsene Organisation, die seit ihrer Gründung 1947 viele Stationen durchlaufen hat. Als sie begann, war der zweite Weltkrieg gerade zu Ende. Österreich lag in Trümmern. Doch katholische Frauen in allen Diözesen haben die Ärmer hochgekrempelt und beim Aufbau neuer, moderner Strukturen mitgemischt. Lesen Sie hier, wer sie waren und was sie dachten und taten.

Die großen Frauen der Katholischen Frauenbewegung

Dr.in Berta Wolf

„Gehilfin, Ergänzung ist sie, die zweite Hälfte des Menschen, ohne sie gibt es keine Vollendung. Wenn der Mann die Krone der Schöpfung ist, so ist die Frau die Krone des Mannes.“

Schlagkräftiges Instrument

An der Wiege der Katholischen Frauenbewegung Österreichs standen viele engagierte Frauen, die sich noch stark als Nachfolgeorganisation der „alten“ katholischen Frauenbewegung, der 1906 gegründeten „Kirchlichen Frauenarbeit“ (KFO), verstanden. Sie wurde noch stark von Seelsorgern geprägt. Ihr Ziel war es, über Frauen christliche Erziehung, Werte und stabile Ehen zu fördern. 1938 wurde sie aufgelöst und 1945 neu organisiert. Die erste Vorsitzende der Katholischen Frauenorganisation Österreichs war Dr.in Berta Wolf. Sie sah den höchsten Sinn katholische Frauenarbeit in der Unterstützung der Priesterschaft und als „Gehilfin“ des Mannes in Familie und Gesellschaft.

Prof.in Herta Pammer

„Bildung ist wichtig. Plaudern brauchen wir nicht. Soll schon etwas Ernstes werden.“

Blick über den Kirchenzaun 

Die Nachfolgerin von Dr.in Berta Wolf, Prof.in Herta Pammer – von 1957 bis 1978 kfbö-Vorsitzende – vertrat bereits ein wesentlich emanzipierteres Frauenbild. Zielstrebig und selbstbewusst leitete sie die kfbö, sah im Frauenseelsorger, dem sogenannten geistlichen Assistenten, einen Ratgeber, entschied aber letztlich meist eigenständig. Pammer suchte den Dialog mit der Bischofskonferenz, scheute aber auch nicht die Konfrontation. Sie setzte sich für eine vielseitige Weiterbildung der Frauen durch die kfb ein und prägte die österreichische Entwicklungsförderung. Mit der Gründung der Aktion Familienfasttag im Jahr 1958 animierte Pammer die kfb-Mitglieder über den eigenen Kirchenzaun zu schauen, sich mit der Situation der Frauen in aller Welt auseinanderzusetzen.

Dr.in Inge Loidl

„Das war eine wichtige Entwicklung in der kfb, dass die Frauen erkannt haben, sie selbst sind Kirche.“

Offen für vielfältige Aktivitäten

„Der Aufruf zum Teilen, zur weltweiten Solidarität hat die kfb grundlegend geändert“, erinnert sich Dr.in  Inge Loidl, die von 1978 bis 1987 die Geschicke der kfbö leitete. „Die Frauen gewinnen damals wie heute durch die begleitenden Bildungsmaßnahmen nicht nur an Wissen, sondern auch an Verantwortung. Denn jede Gruppe wird ermuntert, diese Aktion zu unterstützen. Da wird nicht nur Kreativität verlangt, sondern auch die Selbständigkeit gefördert.“

Neben der Entwicklungsförderung gibt es aber eine Fülle von Aktivitäten der kfb-Gruppen in den Pfarren. Dr.in Inge Loidl setzte sich energisch bei unzähligen Pfarrbesuchen dafür ein, dass die Frauen selbst ihr Gruppenprogramm bestimmen sollten und nicht der Pfarrer. „Das war eine wichtige Entwicklung in der kfb, dass die Frauen erkannt haben, sie selbst sind Kirche. Die kfb hat hier eine wichtige Bildungsarbeit geleistet.“
Der Erfolg der kfb beruht nach Ansicht der ehemaligen Vorsitzenden darauf, „dass sie so offen ist. Während die einen in ihrer Gruppe Erziehungsprobleme diskutieren, konzentrieren sich andere auf Liturgiegestaltung, informieren sich über gesunde Lebensformen, turnen, feiern, wandern miteinander.“

Politisch, aber unabhängig von Parteien
Dr.in Inge Loidl unterstreicht vor allem auch die parteipolitische Unabhängigkeit: „Wir haben nie gesagt, diese oder jene Partei soll eine Frau wählen, sondern stets: ‚Geht zur Wahl!‘ Jede Frau soll die Programme der einzelnen Parteien studieren und selbst entscheiden. Wichtig war uns nur, dass sie sich dabei von niemand – auch nicht vom Mann – beeinflussen lässt.“

-asset-dcab20d3c06a2499a29c

Christa Esterházy

„Für eine nachhaltige Unterstützung von Frauen braucht es vorausschauende und praktisch handelnde Denkerinnen wie Christa Esterházy, die sich widerständig für das Empowerment von Frauen einsetzen.“
(Angelika Ritter-Grepl)

Christa Esterházy wurde 1928 in Wien geboren. Seit 1975 engagierte sich die vierfache Mutter für die Katholische Frauenförderung. An der Seite von Prof.in Herta Pammer, der Pionierin der kirchlichen Entwicklungsförderung und langjährigen Vorsitzenden der kfbö, wurde sie bald selbst eine Expertin. Sie managte nicht nur die Aktion Familienfasttag zur Unterstützung von Frauenförderungsprojekten in Asien und Lateinamerika, sondern wirkte jahrelang in einer Arbeitsgruppe für Laos, Vietnam und Kambodscha der CICE, einer Dachorganisation von katholischen Hilfswerken.

Ihren langjährigen Einsatz für bessere Bildung und die Rechte von Frauen im In- und Ausland machten Esterházy auch zur Botschafterin weiterer Hilfsorganisationen. So war sie im weltkirchlichen Netzwerk CIDSE (Coopération internationale pour le développement et la solidarité) für die Länder Laos, Vietnam und Kambodscha aktiv. Als österreichische Delegierte bei der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 brachte sich Christa Esterházy außerdem in die weltweite Debatte um Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden ein. Von 1989 bis 1997 war Esterházy Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ) und setzte sich für ein zeitgemäßes österreichisches Entwickungsförderungsgesetz ein. Auch im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich war Esterházy als Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Ökumenisches Forum christlicher Frauen präsent.

Marianne_Stoeger_und_Margit_Pissarek-0-_Sr__Marianne_und_Sr__Margaretha__die_Engel_von_Sorokdo

Marianne Stöger und Margaret Pissarek

„Die Kranken hatten unterwürfig zu sein, Schläge standen an der Tagesordnung, auch Zwangsabtreibungen und Sterilisationen. Es brauchte Jahrzehnte, um das zu ändern.“
(Marianne Stöger) 

1962, im Alter von 27 bzw. 28 Jahren, gingen die beiden frisch gebackenen Tiroler Krankenpflegerinnen Marianne Stöger und Margaret Pissarek nach Sorokdo, Korea, weil sie hörten, dass dort dringend Krankenschwestern gebraucht werden. Die Gesundheitsversorgung war generell schlecht. Aber die Situation der Leprakranken war verheerend. 

Daher beschlossen die beiden Krankenschwestern bald nach ihrer Ankunft, sich voll und ganz der Aufgabe zu widmen, die Lebenssituation dieser damals noch „Aussätzige“ genannten Kranken zu verbessern.

Mit Unterstützung der Katholischen Frauenbewegung bauten sie nacheinander eine Tuberkulosestation, ein Badehaus, eine Blinden-Station sowie einen Kindergarten auf und stellten Mittel für die Umsiedlung von Leprakranken zur Verfügung, die sich wieder in die Gesellschaft integrieren wollten.

Insgesamt blieben die beiden Tiroler Christkönigsschwestern 43 Jahre lang in Korea. Sie haben mit ihrem Engagement nicht nur die Lebenssituation der Leprakranken nachhaltig verbessert, sondern auch dafür gesorgt, dass diese Krankheit in der gesamten Region eingedämmt werden konnte.

Aufgrund ihrer Taten wurden Marianne Stöger und Margit Pissarek von den Einheimischen „Die Engel von Sorokdo“ genannt und erhielten zahlreiche Auszeichnungen. 2016 wurden sie Ehrenbürgerinnen der Republik Korea, 2018 wurden sie von Korea sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Marianne Stöger lebt heute bei Verwandten in Matrei am Brenner. Margit Pissarek lebte bis zu ihrem Tod am 29. September 2023 in einem Innsbrucker Altersheim.

Ingrid Klein

„Die kfbö muss stets Botschafterin des Evangeliums und Anwältin der Menschen, vor allem der Frauen, sein. Sie muss sich stets sorgen um eine Balance zwischen Hände falten und Mund aufmachen, denn Gottes-Dienst und politisches Engagement sind in gleicher Intensität und gegenseitiger Befruchtung zu leisten.“

Fraueneinheitsbild aufbrechen

Loidls Nachfolgerin, Ingrid Klein, von 1987 bis 1999 kfbö-Vorsitzende, wurde nicht müde, das vorherrschende traditionelle, viele Frauen belastende, kirchlich oft auch noch marianisch überhöhte Fraueneinheitsbild aufzubrechen. Sie setzte sich dafür ein, dass in den kfb-Gruppen Frauen mit unterschiedlichsten Biografien und in verschiedenen Lebenssituationen respektiert und die Vielfalt der Lebensformen in ihrem Reichtum, aber auch in ihren Fragen und Schwierigkeiten ernst genommen werden. Die unter ihrer Leitung im Rahmen eines Basisdiskussionsprozesses neu formulierten Leitlinien der kfbö sind Ausdruck dieser gelebten Vielfalt und des Engagements der kfb-Frauen in Kirche und Gesellschaft.

Margit_Hauft-margit-hauft

Margit Hauft

„Wenn es gelingt, aus der Sammelbewegung der Gründerzeit über die Phase des extremen pfarrlichen Engagements zu einer noch spürbaren Bewegung für die Frau – für die Kirche – für die Gesellschaft zu werden, dann ist mir um den Fortbestand der kfb nicht bange.“

Von der Helferin zur Partnerin

Margit Hauft, von 2000-2012 Vorsitzende der kfbö, rief angesichts der Jahrtausendwende zur Besinnung auf die Wurzeln der kfb, zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auf. Sie appellierte an die kfb-Frauen, das Gestern zu erkennen, das Heute zu sehen und das Morgen zu gestalten. Ihr war bewusst, dass die Wirksamkeit des schon jetzt großflächigen Engagements der Frauen in der Kirche weitgehend davon abhängen wird, „ob es gelingt, vom Helferin sein zu einer respektierten Partnerschaftlichkeit zu gelangen“. Denn das Ziel der kfb ist und bleibt eine gleichberechtigte und partnerschaftliche Teilhabe der Frauen am Leben der Kirche und der Gesellschaft.

Margit Hauft ließ nie Zweifel aufkommen, dass die Katholische Frauenbewegung selbstbewusster Teil der Kirche und nicht unbegrenzt einsetzbare Hilfstruppe des Pfarrers und der Pfarrgemeinde ist. Die Mitglieder der kfb wollen als getaufte und gefirmte Christinnen das Leben in der Kirche gestalten und als Partnerinnen ernst genommen werden. Diese Emanzipation der Frauen in der Kirche ist ein mühsamer und langwieriger Prozess, der noch nicht beendet ist.

Barbara_Haas-barbara-haas

Barbara Haas

„Wichtig ist, dass sich eine Katholische Frauenbewegung in Beziehung zur Gesellschaft setzt und definiert, zu Menschen unterschiedlichster Herkunft, Milieus, Religionen, Traditionen und Lebensweisen. Ein ´Wir´ gibt es nicht in Abgrenzung. Ein ´Wir´ gibt es nur in Beziehung.“

Auf dem Weg zum neuen Wir

Barbara Haas, Vorsitzende der kfbö von 2012 – 2015, hat ihr Engagement für die Katholische Frauenbewegung in der Aktion Familienfasttag der Diözese Innsbruck begonnen. Ihre Zeit als Vorsitzende war begleitet vom kfb-Bildungsschwerpunkt „Heute Christin sein“ – eine besondere Herausforderung für Haas angesichts der Tatsache, dass Glauben nicht mehr als etwas „Vererbtes“ gelten kann, vielmehr als „bewusste Entscheidung“ entwickelt werden will. Fundament ihres Verständnisses davon, was kfb ist und sein soll, war für Barbara Haas unter anderem die These der holländischen Dogmatikerin Manuela Kalsky von der Notwendigkeit eines neuen „Wir“ für die Kirche, das nur in Beziehung zur Gesellschaft, nicht in Abgrenzung von ihr möglich wird. Für Barbara Haas bedeutete das intensive Vernetzungsarbeit und den Anspruch, sich als Katholische Frauenbewegung aktiv und kontinuierlich in die öffentliche Debatte um die Fragen der Zeit einzubringen. „Frieden und Gerechtigkeit, eine gerechte Verteilung von Mitteln und Lebenschancen sind das Gebot der Stunde. Ob es um die Organisation der Sorgearbeit in Österreich oder die Arbeitsbedingungen und Löhne von Textilarbeiterinnen in Indien geht: es braucht eine Kultur der Solidarität“.

-neu

Veronika Pernsteiner

„Die Katholische Frauenbewegung Österreichs weiß auf ihrem Weg Papst Franziskus an ihrer Seite, der die ´volle Einfügung der Frauen in das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Leben‘ gefordert und dazu aufgerufen hat, ‚Hindernisse‘ auf dem Weg dahin ‚abzuschaffen‘ “.

Entwicklungs- und gesellschaftspolitisches Engagement im Fokus

In ihre Vorsitz-Perioden von 2015 bis 2020 fiel das 70 Jahr-Jubiläum der kfbö (2017) und das 60 Jahr-Jubiläum (2018) der Aktion Familienfasttag. Veronika Pernsteiner legte großes Gewicht auf das entwicklungspolitische und gesellschaftspolitische Engagement der Katholischen Frauenbewegung – gespeist aus dem Grundauftrag des Evangeliums. Zentrale Themen waren Gewaltprävention, Gendergerechtigkeit, Demokratieentwicklung, Care-Gerechtigkeit, Fragen der globalen Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit, Flucht und Migration sowie Frauen in kirchlichen Leitungsstrukturen. Im Zuge des Jahresthemas „einmischen.mitmischen.aufmischen“ wurden Möglichkeiten des solidarischen Einsatzes für Menschenwürde und Bewahrung der Schöpfung erarbeitet und Handlungsoptionen für den Alltag entwickelt.

Auch die kirchenpolitische Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann wurde von Veronika Pernsteiner regelmäßig eingefordert. Dazu beteiligte sich die kfbö auch an einer internationalen Pilgerreise nach Rom für eine „Kirche mit den Frauen“. Die regelmäßigen österreichweiten kfb-Frauenreisen, die unter ihrer Vorgängerin mit einer Reise auf den Spuren der Hl. Katharina v. Siena (Wegbegleiterin der Katholischen Frauenbewegung Österreichs) gestartet worden waren, wurden mit einer Reise auf den Spuren der politischen evangelischen Theologin Dorothee Sölle nach Köln sowie einer Reise auf den Spuren von Hildegard Burjan, Gründerin der Caritas Socialis und eine der ersten österreichischen Parlamentarierinnen, nach Görlitz und Dresden fortgesetzt. Der interkulturelle und der interreligiöse Dialog der kfbö, der Einsatz für Geflüchtete sowie die Vernetzung der kfbö auf Europa-Ebene – über Andante, die Europäische Allianz katholischer Frauenverbände – sowie im deutschsprachigen Raum waren Veronika Pernsteiner ein großes Anliegen.

Angelika-Ritter-Grepl_002_2020-09-15_Welt-der-Frauen_©Kneidinger-Photography_web

Angelika Ritter-Grepl

„Die Menschen in unseren Pfarren erleben, dass Frauen diakonisch wirken. Es ist höchste Zeit, dass sie auch sakramental dazu befähigt werden. Die Weihe von Frauen zum Ständigen Diakonat wäre ein klares Zeichen der Kirche, dass sie es ernst meint mit der Geschlechtergerechtigkeit.“

Angelika Ritter-Grepl übernahm 2020 den Vorsitz der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. Sie studierte Kritische Geschlechter- und Sozialforschung. Ihr Zugang ist daher klar feministisch, gesellschaftspolitisch und organisationsentwicklerisch geprägt. Ihre Vorsitzperiode steht für eine starke kirchenpolitische Präsenz, eine umfassende Reorganisation der kfbö sowie eine intensive Beteiligung am weltweiten synodalen Prozess. Die kfbö baute unter ihrer Leitung systematisch ihre Rolle im kirchlichen Reformprozess aus. 

Kirchenrechtsänderungen im Sinne der Gendergleichstellung 

Unter Angelika Ritter-Grepl wurden zwei wichtige Eingaben im Vatikan gemacht – mit dem Ziel, geltendes Kirchenrecht im Sinne der Gendergleichstellung dauerhaft zu verändern. Die Eingaben erfolgten über die österreichischen Bischöfe im Zuge der sogenannten „Ad-Limina“-Besuche (verpflichtende turnusmäßige Berichte der Bischöfe an den Papst) Bei diese „Bitten“ genannten Vorschlägen ging es einmal um die Zulassung von Frauen zum Diakonat und beim zweiten Mal um die Anhebung des Ehefähigkeitsalters von derzeit 14 Jahren für Frauen (16 für Männer) auf 18 Jahre für beide Geschlechter. Außerdem ersuchte Angelika Ritter-Grepl in ihrer Funktion als Österreich-Delegierte im Zuge des Antrittsbesuchs des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen bei Papst Leo XIV. den Heiligen Stuhl, sich bei internationalen Gesprächen konsequent für „Geschlechtergerechtigkeit“ (Gender Equality) einzusetzen.

Zusammenarbeit mit der Weltsynode

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs schickte unter der Leitung Angelika Ritter-Grepls eine vielbeachtete Eingabe ins Synodenbüro in Rom. Darin wurde das ständige Diakonat für Frauen nachdrücklich gefordert, und zwar wissenschaftliche gestützt durch eine von Angelika Ritter-Grepl initiiertes Statement der Sozialwissenschaftlerin und Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften Prof. Dr. Jutta Allmendinger zu den kirchlichen Leitungsfunktionen von Frauen. Das Ergebnis? Eine Kirche, in der Frauen und Männer gleichberechtigt wirken und Verantwortung tragen, kann es nur geben, wenn Frauen nicht mehr länger diskriminiert werden, und zwar, indem Frauen zu den gelebten Funktionen (Diakonat) auch die Weihen gewährt werden. Nur indem sie die Geschlechtergleichstellung ernst nehme, könne die Katholische Kirche zukunftsfähig bleiben. 

Von Grund auf erneuert

Einen weiteren Schwerpunkt ihrer Amtszeit setzt Angelika Ritter-Grepl auf die strukturelle und operative Modernisierung der Katholischen Frauenbewegung. Denn ein stabiles Gebäude, das zukünftige Stürme überdauern möchte, braucht ein tragfähiges Fundament. Die Straffung der Gremien und Neuordnung der Arbeitsabläufe im operativen Bereich, die Erarbeitung eines neuen Statuts für den Trägerverein und grundlegende Überprüfung der Strukturen, der Aufbau neuer Kommunikations- und Medienarbeitsprozesse sowie die Finanzierung einer theologischen Referentin aus Eigenmitteln, um die synodalen und geistlichen Prozesse fachlich fundiert begleiten zu können, führen die kfbö gerüstet in die Zukunft.

Von 1947 bis heute. Eine Bewegung wächst.

Kirchliche Frauenarbeit wurde über Jahrzehnte von den Frauenseelsorgern geprägt. Die Priester wollten über die Frauen eine christliche Erziehung der Kinder erreichen, christliche Werte stärken, dem Verfall der Sittlichkeit entgegenwirken und die Ehen stabilisieren. Mit diesem Ziel wurde bereits 1906 in Österreich die Katholische Frauenorganisation (KFO) initiiert, deren Schwerpunkt vor allem im caritativen Engagement und in der Aus- und Weiterbildung von Frauen lag. 1938 wurde diese Organisation von Hitler aufgelöst. Die Referate für „Frauenseelsorge“ in verschiedenen Diözesen versuchten unmittelbar nach Kriegsende die kirchliche Frauenarbeit neu zu organisieren

2026

Angelika Ritter-Grepl ist Mitglied der österreichischen Delegation des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen bei Papst Leo XIV.

Durchführung und Veröffentlichung der Studie: Wirkung von Frauen in pastoralen Leitungsfunktionen gemeinsam mit den deutschsprachigen Frauenverbänden

2025

Umgründung der Trägervereine zu: Teilen spendet Zukunft

Eingabe bei der Weltsynode in Rom: Forderung nach dem StändigeDiakonat für Frauen  

2024

Wiederaufnahme als Vollmitglied bei WUCWO (World Union of Catholic Women’s Organisations)

Teilnahme an der WUCWO-Vollversammlung in Assisi mit Papstaudienz in Rom

Umsetzung des neuen Trägervereinsstatuts

2023

Weiterentwicklung des Gesprächskreises „Dialog mit Bischöfen“

Arbeitsgespräche im Rahmen des Vatikan-Besuchs mit Frauen in hohen Leitungsämtern und Papstaudienz (mit First Lady Doris Schmidauer/und Botschafterin Franziska Honsowitz); 

Festigung der internationalen Position

Verkauf der Restanteile am Verlag Welt der Frau GmbH an die DONOR GmbH.

2022

Arbeit am neuen Statut des Trägervereins

Ausbau der synodalen Aktivitäten in Österreich

Schwerpunkte zu Frauen in kirchlichen Leitungspositionen

Professionalisierung der Medienarbeit

2021

Konsolidierung der operativen Abläufe und Straffung der Gremien

Beginn der Statutsreform hinsichtlich der Trägervereine: Katholisches Frauenwerk Österreich und Aktion Familienfasttag

Vorbereitung der internationalen Vernetzungsarbeit

 

2020

Amtsantritt von Angelika Ritter-Grepl

Beginn der strukturellen Reorganisation der kfbö
Weiterentwicklung des Verlag Welt der Frau GmbH und Verkauf der Mehrheitsanteile an die DONOR GmbH 

Aufbau neuer Kommunikationsstrukturen

2019

Beteiligung an Diskussionen zur Amazoniensynode

Auseinandersetzung mit Machtfragen in Kirche und Gesellschaft

Sozialpolitische Stellungnahmen

2018

Warnung vor der Aushöhlung demokratischer Grundsätze in Österreich

60 Jahre Aktion Familienfasttag

Schwerpunkt auf globaler Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung

2017

70-Jahr-Jubiläum der kfbö unter dem Motto „Mystik & Widerstand“

Starke kirchenpolitische Positionierung

Fortführung der internationalen Netzwerkarbeit

2016

Benefiz-Suppenessen Aktion FFT

s. Vorsitzende: Mag.a Eva Oberhauser

kfbö-Delegation in Südkorea: „Manhae-Preis für soziales Handeln“ auf Leprainsel

Sensibilisierungsreise nach Nepal

Aufruf Schweizer Initiative „Für eine Kirche mit den Frauen" zu Romreise von 60 Frauen mit Pilgerung zum Petersdom

Fair-Trade Award für „Adelante", Kaffee aus Frauenhand

Internationale Anerkennung der klaren Positionen in Asyl-, Rechtsstaats-, Sozial- und Demokratiedebatten

2015

FB-Aktion „Gegen Angst + Gewalt - Frauen für Vertrauen, Dialog + Gerechtigkeit“

kfbö-Vorsitz: Veronika Pernsteiner, Stv.: Andrea Ederer

Herta Pammer-Preis „Frauen und Entwicklung"

ANDANTE „Bioethik“

2-Jahresthema "Weil´s gerecht ist...": Arbeitszeit, Steuer-, Verteilungsgerechtigkeit

Erntedankerklärung zu Ernährungssicherheit

ADELANTE: fair trade Biokaffee von Frauen

2014

Die Hlg. Katharina von Siena als Patronin und Wegbegleiterin der kfbö

Aufruf der kfbö zur EU-Wahl als Chance zur Mitgestaltung

GewaltFREI leben – kfbö-Kampagne „Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern“

kfbö-Themen: Care-Krise, TTIP-Kritik, Gleichstellung in Kirche und Gesellschaft, Weltlandfrauentag

2013

Herta Pammer-Preis „Frauen und Entwicklung"

Sommerstudientagung "einander.begegnen@kfb.at"

kfb-Reise nach Siena auf Spuren der Heiligen Katharina von Siena

Intensive Positionierung zu Gewaltprävention, Gendergerechtigkeit, Armut, Asyl und Frauenrechten

Starke Präsenz in der Medienarbeit

2012

Neues kfbö-Vorsitzteam: Barbara Haas (Ibk), Stellvertreterinnen Veronika Pernsteiner (Linz) und Anna Rosenberger (St. Pölten)

Mag. Martin Felhofer, Abt des Stiftes Schlägl, wird neuer Geistlicher Assistent

2011

Herta Pammer-Preis für wissenschaftliche und journalistische Arbeiten zum Thema „Frauen und Entwicklung"

2010

Benefiz-Suppenessen Aktion FFT

Christinnen haben nicht zu sexueller Gewalt geschwiegen

Verantwortlich leben: Gemeinsam auf dem Weg

Wallfahrten Schöpfungsverantwortung, Klimawandel mit Materialsammlung

Quo vadis kfb? Frauenspezifische Wege zu Persönlichkeitsentfaltung und Engagement der kfb

2009

Globale Solidarität gegen Frauenarmut

Herta Pammer-Preis

Jahresschwerpunkt „Verantwortlich leben - Heute gestalten wir das Morgen" 

Info-Folder Frauen in der Kirche: berufen-befähigt-beauftragt

Gewalt an Frauen weltweit bekämpfen 

Frauen fordern Frieden. Ausstellung „Bürgerkrieg in Kolumbien“

2008

„Die Kraft ist weiblich" - "60 Jahre kfbö"

„Geistkraft Gottes atme in uns" – Novene, Text/Liedersammlung

„Berufen zum Ehrenamt": Jahresthema Unbezahltes Engagement in Kirche und Gesellschaft

Häusliche Gewalt nicht tabuisieren. Kampagne Frauenhelpline "16 Tage gegen Gewalt an Frauen"

2007

1. Rückaustausch zur Sensibilisierungsreise mit philippinischen Projektpartnerinnen

50. Aktion FFT: 85 Mio. Euro seit 1958 für Projekte in Asien und Lateinamerika

Symposium „Von der Entwicklungshilfe zum Empowerment“

60 Jahre kfbö Frauenfest

Forderungen an Kirche und Staat für ein frauengerechtes Leben

2006

ANDANTE - Europäische Allianz Katholischer Frauenverbände unter Beteiligung der kfbö gegründet

„Bibel in gerechter Sprache" erscheint - ökumenisches Projekt mit finanzieller Unterstützung der kfbö

Anwaltschaftsarbeit im Bereich der Blumenkampagne zum Kauf von fairen Blumen

2005

Sensibilisierungsreise auf die Philippinen

kfbö fordert frauenpolitischen Beirat zur Aktivierung der Frauenpolitik und Einführung einer Frauenverträglichkeitsprüfung zur Bekämpfung wachsender Frauenarmut

2004

Postkartenaktion zur EU-Erweiterung „Gestalten wir gemeinsam Europa!"

Teilen mit Katastrophenopfern Projektpartner*innen in Südindien und Sri Lanka von Erdbeben schwer getroffen. Soforthilfe aus Mitteln der Aktion FFT wird zur Verfügung gestellt

2003

kfbö initiiert Maßnahmenkatalog für weltweites Engagement der Kirche gegen sexuelle Verbrechen an Frauen im Krieg

Teilnahme an der internationalen Jahreskonferenz von WIDE (women in developement europe) in Wien

kfbö fordert Reform der Zulassungsbedingungen zu kirchlichen Weiheämtern

2002

kfbö Pfarrgemeinderatskampagne unter dem Titel: „ZU MUT UNG - Gesucht: Mutige Pfarrgemeinderätinnen"

„Frauen feiern Liturgie" Tagung zur Liturgiereform aus Frauensicht

„Familienmanifest" der kfbö

1. Sensibilisierungsreise nach Nicaragua

Aktion Familienfasttag erhält österreichisches Spendengütesiegel

2001

Alles umsonst? - Kampagne zur Aufwertung des Ehrenamtes anlässlich des Internationalen Jahres der Freiwilligen

2000

Zukunft braucht Vergangenheit - Jahresthema über Zusammenleben der Generationen und Wertewandel

1999

Erstmals „Stundenbuch" zur Aufzeichnung von unbezahlter Frauenarbeit in der Kirche

1998

Brot und Rosen für Frauenarbeit - Jahresthema Geschlechtergerechte Verteilung von Arbeit, Einkommen, Freizeit

FRAUEN-ARBEIT's-LOS - mit Österreichischer Bischofskonferenz: Fachtagung "Dialog für Österreich"

Zulassung von Frauen zum ständigen Diakonat - Fachtagung "Dialog für Österreich"

1997

50 und kein bisschen leise! - Jubiläumsfest in Salzburg mit Präsentation der konkreten Umsetzung der Leitlinien

Unterstützung des Frauenvolksbegehrens

1996

Station bei "Wallfahrt für Österreich" über "Ansehen und Würde der Frau"

1995

Brief an den Papst - Antwortschreiben auf Meditation des Papstes über "Genius der Frau"

1994

Positionspapier zur Gentechnologie

Sozialpolitischer Forderungskatalog

1993

Beschluss und Kongress der kfbö zu neuen Leitlinien

Forderungskatalog zur Anerkennung und Aufwertung ehrenamtlicher Tätigkeiten

1992

Auswertung von 2000 Rückantwortbögen aus Diskussionsprozess

1991

Seggauberger Herausforderungen - bei der Sommerstudientagung im steirischen Bildungshaus Seggauberg verabschiedeter Forderungskatalog zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

"kfb im Gespräch" - 70 Punkte zur Diskussion künftiger Leitlinien in den Gruppen

1990

Faltblatt "Frauen in der Kirche" gemeinsam mit katholischen Frauenorganisationen in Deutschland, Schweiz und Südtirol

Eröffnung des Leitlinienprozesses

1988

Menschenwürdige Asyl - und Flüchtlingspolitik

Erklärung zum 50. Jahrestag der "Novemberprogrome"

Literaturausstellung "Frauen suchen ihre Zeit" in Wien

1987

 40 Jahre kfbö - 10.000 Frauen aus allen Diözesen feiern in Salzburg. Mit der Kollekte wird der finanzielle Grundstein für den ökumenischen Verein "Tamar" gelegt, der in Wien eine Beratungsstelle für misshandelte und sexuelle missbrauchte Frauen und Mädchen betreibt.

1986

Feministische Theologie - Seminar mit dem Institut für Pastoraltheologie der Universität Wien

1985

Faltblatt "Was können Frauen in der Kirche tun?"

Gründung des Arbeitskreises "Frauenliteratur"

Konstituierung des Arbeitskreises "Alleinerziehende" gemeinsam mit Katholischem Familienwerk

Beschäftigung mit Themen der Gentechnologie

1984

Selbstbewusstseins-Seminare werden auf gesamtösterreichischer Ebene eingeführt

Österreichische Pastoraltagung über "Frau -Partnerin in der Kirche" in Wien

1983

Arbeitstagung "Frau in Kirche und Gesellschaft" in Puchberg als Vorbereitung auf den Österreichischen Katholikentag mit Frauenfest sowie Ausstellung "Frauenkunst" in Wien

Regelmäßige Treffen mit Frauenorganisationen aus Deutschland, Schweiz und Südtirol

Schwerpunktthema: Gewalt gegen Frauen

1980

Studientag "Feminismus - eine Herausforderung für Mann und Frau" gemeinsam mit der Katholischen Männerbewegung Österreichs

1978

30 Jahre Katholische Frauenbewegung - Festakt und Ausstellung in Wien

1974

Unterstützung des Volksbegehrens der "Aktion Leben" gegen Fristenlösung

1973

Gründungsmitglied der überdiözesanen Arbeitsgemeinschaft für Gastarbeiter

1972

Beteiligung am Ökumenischen Weltgebetstag der Frauen

Teilnahme am Österreichischen Synodalen Vorgang

Eingabe an die Bischofskonferenz zum Motu proprio "Der Weg zum ständigen Diakonat und Priestertum"

1971

Eingabe an den Vatikan, bei Verlautbarungen auch die Frauen als Adressatinnen zu nennen

1968

Erster gemeinsamer Studientag von Katholischer Frauenbewegung und Katholischer Männerbewegung zum Thema "Mann und Frau in Kirche und Gesellschaft"

1967

Reform des Arbeitskreises "Industrielle Welt" in "Frau im Industriebetrieb": Enge Zusammenarbeit mit Betriebsseminar in Linz

1966

Delegiertenwallfahrt nach Mariazell unter dem Motto "Ihr sollt meine Zeugen sein - Die Frau in der Kirche nach dem Konzil" mit 1500 Teilnehmerinnen

1964

Beschluss über Bildungsplan der kfbö

1958

Erster Familienfasttag gegen Hunger und Not in Entwicklungsländern, weltweit erste Hungeraktion einer katholischen Organisation

1957

Milieumäßige Spezialisierung durch Bildung von Arbeitskreisen für bäuerliche, industrielle und städtische Welt

1954

Außerordentliche Vollversammlung beschließt Leitfaden als Grundlage der Arbeit in der kfb

1952

Delegiertentagung der kfbö am Vortag des Katholikentages in Wien

Resolutionen zu Familie, Beruf, Bildung und Würde der Frau

Gründung der Zeitschrift "Führungsblatt" zur Weiterbildung der Mitarbeiterinnen

1949

Erste gesamtösterreichische Frauenwallfahrt nach Mariazell

Bis 1964 jedes Jahr, jeweils verbunden mit Vorstandssitzung der kfbö und Vollversammlung des KFWÖ

1948

Gründung des "Vereins Katholisches Frauenwerk in Österreich" (KFWÖ) in Salzburg als Rechtsträger aller gesamtösterreichischen Aktivitäten

Erste gesamtösterreichische Sommerstudientagung am Dürnberg: "Die religiöse Gegenwartslage und die Aufgaben der Frau in Familie, Beruf und öffentlichem Leben"

1947

Schlagkräftiges Instrument

1947 wurde die Katholische Frauenbewegung bei einer gesamtösterreichischen Tagung von Verantwortlichen der Frauenarbeit aus den Diözesen am Fest Christi Himmelfahrt im Wallfahrtsort Maria Plain bei Salzburg gegründet.