Die Purpurhändlerin von Philippi: Wirtschaftliche Selbstständigkeit als geistliche Stärke
Sie taucht nur in wenigen Versen der Apostelgeschichte auf, und doch ist sie eine der bemerkenswertesten Frauengestalten des Neuen Testaments: Lydia von Philippi, Purpurhändlerin, alleinstehende Geschäftsfrau, Hausvorsteherin und die erste namentlich genannte Getaufte auf europäischem Boden.
Purpur war im ersten Jahrhundert ein Luxusgut, teurer als Gold. Wer damit handelte, verfügte über wirtschaftliche Macht, Handelsbeziehungen und ein eigenes Haus, groß genug, um Gäste zu beherbergen. Genau das tut Lydia: Sie hört Paulus zu, lässt sich taufen und öffnet noch am selben Tag ihr Haus für die erste christliche Gemeinde Europas. Wirtschaftliche Unabhängigkeit und geistliche Gastfreundschaft sind bei ihr kein Gegensatz, sondern gehen Hand in Hand.
Für die kfbö ist Lydia bis heute ein starkes Bild: Frauen, die über eigene Ressourcen verfügen, tragen Gemeinschaft. Sie ermöglichen Räume, in denen andere wachsen können, geistlich wie gesellschaftlich. Wirtschaftliche Selbstständigkeit ist damit keine rein weltliche Frage, sondern eine zutiefst geistliche: Wo Frauen frei über ihre Mittel verfügen können, entsteht Kirche, die trägt.
Diese Verbindung von wirtschaftlicher Stärke und Gemeinschaftssinn zeigt sich nicht nur in der Bibel, sondern auch heute, weltweit, in ganz konkreten Projekten.