Ein Amt öffnen, das Zukunft hat

Wenn ein Amt neu besetzt wird, ist das immer auch ein Moment, um zu fragen: Wer eigentlich darf es künftig ausüben? Genau diesen Moment sehen wir jetzt gekommen.

Peter Schipka, seit 2011 Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, legt sein Amt mit Ende November zurück und wechselt an die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich. Für seine langjährige, verlässliche Zusammenarbeit mit der kfbö möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken, und gleichzeitig einen Vorschlag in die Debatte um seine Nachfolge einbringen, der uns wichtig ist.

Danke, Peter Schipka

Fünfzehn Jahre lang war Peter Schipka für uns ein Ansprechpartner, auf den Verlass war: offen, konstruktiv, immer im Gespräch. Für diese Zusammenarbeit sind wir dankbar, und wir wünschen ihm für seine neue Aufgabe an der KPH alles Gute.

Warum jetzt der richtige Moment ist

Ein Wechsel an der Spitze eines so zentralen kirchlichen Amtes ist selten. Genau deshalb wollen wir ihn nicht ungenutzt verstreichen lassen. Aktuell ist das Amt des Generalsekretärs der Bischofskonferenz faktisch Priestern vorbehalten. Nichts im Kirchenrecht zwingt dazu, und andere Bischofskonferenzen zeigen längst, dass es anders geht.

„Es ist an der Zeit, dass die Bischofskonferenz ihre eigenen Statuten so öffnet, dass dieses wichtige Amt auch von Laien, Frauen wie Männern, besetzt werden kann.“

Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der kfbö

In Deutschland leitet Beate Gilles seit 2021 als Laiin erfolgreich das Sekretariat der Bischofskonferenz. In Südafrika stand mit Sr. Hermenegild Makoro als Generalsekretärin über Jahre eine Ordensfrau an der Spitze des Generalsekretariats. Und die Nordische Bischofskonferenz zeigt seit 1995, dass Frauen dieses Amt leiten können: Sr. Anna Mirijam Kaschner ist seit 2009 Generalsekretärin der Nordischen Bischofskonferenz und unterstützt in dieser Funktion die katholischen Bischöfe von Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island. Sie hat als Teilnehmerin der Weltsynode in Rom hautnah miterlebt, wie ernst der synodale Prozess die Frage kirchlicher Ämter für Frauen nimmt.

Es gibt also keinen zwingenden Grund, warum das in Österreich anders sein sollte.

Synodalität heißt: auch die eigenen Strukturen anschauen

Für uns ist diese Frage kein Randthema. Sie gehört zu einem unserer zentralen Anliegen: dem synodalen Prozess, den wir in Österreich aktiv mitgestalten wollen.

Synodalität, die nur in Gesprächsrunden stattfindet, aber nie in Strukturen und Ämtern ankommt, bleibt halbherzig. Wenn die Bischofskonferenz den synodalen Weg für sich selbst glaubwürdig gehen will, dann gehört die Frage, wer ihr Generalsekretariat leiten darf, ganz oben auf die Tagesordnung.

„Synodalität darf sich nicht auf Gesprächsformate beschränken, sie muss sich auch in Strukturen und Ämtern niederschlagen.“

Angelika Ritter-Grepl

Frauen wie Sr. Anna Mirijam Kaschner zeigen, dass Leitungsverantwortung und synodale Kompetenz längst gelebte kirchliche Praxis sind, anderswo. Es wird Zeit, dass das auch in Österreich sichtbarer wird.

Wie es weitergeht

Im November tagt die Vollversammlung der Bischofskonferenz in Salzburg, dort wird auch die Nachfolge von Peter Schipka Thema sein. Wir werden das Anliegen aktiv an die Bischöfe herantragen und laden die Verantwortlichen zum Dialog über eine zeitgemäße Öffnung des Amtes ein.

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