Rückblick: 30 Jahre Europäische Frauensynode

30 Jahre Europäische Frauensynode: erinnern, weiterdenken, weitergehen

Unter dem Motto „erinnern, weiterdenken, weitergehen“ feierten 30 Jahre nach der Ersten Europäischen Frauensynode Teilnehmerinnen und interessierte Frauen deren Jubiläum: Von 23. bis 25. Juli trafen sie einander im Waldcampus in Traunkirchen und erinnerten dabei an die Erste Europäische Frauensynode, die im Juli 1996 mehr als 1.000 Frauen aus verschiedenen christlichen Konfessionen und mit spirituell-feministischen Zugängen aus ganz Europa und darüber hinaus in Gmunden zusammenbrachte, feministisch, ökumenisch, spirituell, politisch und selbstbestimmt.

Organisiert wurde das Jubiläumstreffen von Gabi Kienesberger, Michaela Moser und Maria Katharina Moser, allesamt Mitorganisatorinnen bereits der Ersten Europäischen Frauensynode. Bewusst ohne professionelle Tagungsorganisation und großes Budget angelegt, lebte das Treffen davon, dass vieles selbst organisiert wurde und gemeinsam entstand, der Open Space öffnete dafür den nötigen Raum.

Von Schweden bis Rumänien, von Spanien bis Polen: Frauen aus ganz Europa kamen nach Traunkirchen, um Erinnerungen auszutauschen und an den damaligen Themen weiterzudenken. Den Auftakt am Donnerstag bildete eine Frauenliturgie zur Eröffnung, gefolgt von Impulsen der Hauptreferentinnen der Ersten Europäischen Frauensynode, Ina Praetorius und Anna Karin Hammar: Sie ließen ihre damaligen Vorträge zu spirituellen Quellen und zu Weiberwirtschaft Revue passieren, sprachen über die Entwicklungen seither und gaben angesichts einer krisenhaften weltpolitischen Lage Anregungen für die Zukunft. Bei „Living Books“ teilten Teilnehmerinnen am Abend persönliche Erinnerungen und stellten feministische Initiativen vor.

Der Freitag stand ganz im Zeichen des Weiterdenkens: Open-Space-Workshops boten viel Raum für Aktuelles und Weiterführendes. Die Themen reichten von Care-Arbeit über die Vernetzung junger Frauen und neues Weltbild-Denken bis zu LGBTQ-Erfahrungen zwischen Erfolg und Backlash, der Verteidigung palästinensischer Rechte in Europa nach dem Holocaust, Rechtsextremismus und christlichem Nationalismus, Klimaschutz, der Weitergabe von Frauengeschichte, der Initiative Frauen*streiken, einer möglichen Dritten Europäischen Frauensynode sowie Frauen- und feministischen Liedern. Der Abend klang mit einer Frauenliturgie und einem Fest aus. Am Samstag folgte bei Schönwetter noch eine gemeinsame Bootsfahrt am Traunsee.

Gerahmt wurden die drei Tage von bewegenden und inspirierenden feministischen Liturgien.

„Die Frauensynoden sind für meine theologische und spirituelle Entwicklung enorm wichtig. Es war bewegend, Frauen, die daran mitgewirkt haben, und junge interessierte Frauen in Traunkirchen zu treffen: von ihnen zu erfahren, sich über Erinnerungen und Themen auszutauschen und zu hören, wie sie für die Rechte aller Menschen einstehen, sich über aktuelle Projekte zu verständigen. Und für mich besonders bewegend und bedeutend: einander in den Liturgien spirituell nähren und gestärkt weitergehen.“ Gertraud Ladner, Mitorganisatorin der Ersten und Zweiten Europäischen Frauensynode

Wer sich weiter vernetzen, informieren oder selbst einbringen möchte: Für den Austausch rund um das Jubiläum wurde ein Padlet eingerichtet (padlet.com/MMoser_fhstp/ews30_info), das auch über die Tagung hinaus weitergeführt wird.

Solidarität über Grenzen hinweg ist auch morgen Thema: Am internationalen Tag der Freundschaft blicken wir bei unserer Partnerorganisation teilen.at darauf, was das für Frauen weltweit bedeutet.

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