Ein biblisches Amt für Frauen
Am Ende seines Römerbriefs empfiehlt Paulus eine Frau mit bemerkenswerten Worten: Phoebe, „unsere Schwester, Diakonin der Gemeinde von Kenchreä“ (Röm 16,1-2). Sie ist es, die vermutlich den Brief nach Rom überbrachte und ihn dort auch erklärte, eine Frau mit theologischem Gewicht und Vertrauen der frühen Kirche.
Das griechische Wort, das Paulus für Phoebe verwendet, diákonos, ist dasselbe, das er auch für sich selbst und für männliche Mitarbeiter gebraucht. Die frühe Kirche kannte Frauen in diesem Amt. Erst später wurde der Diakonat der Frau aus der Praxis verdrängt.
Phoebe ist deshalb mehr als eine historische Randnotiz. Sie ist ein biblischer Beleg dafür, dass Frauen im Dienst der Kirche von Anfang an Verantwortung trugen, theologisch, organisatorisch, geistlich. Die aktuelle Debatte um den Diakonat der Frau, wie sie auch im Rahmen der Weltsynode geführt wird, steht damit nicht außerhalb, sondern in der Kontinuität der biblischen Überlieferung.
Für die kfbö ist Phoebe daher ein Stück gelebte Erinnerung: Was Frauen heute einfordern, ist keine Neuerung, sondern die Wiederentdeckung dessen, was am Anfang schon war.