Die kfbö organisiert in regelmäßigen Abständen Studienreisen für ihre Mitglieder. Bisher führten die Reisen nach Siena auf den Spuren der heiligen Katharina von Siena, Weggefährtin der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (Sommer 2013), nach Köln auf den Spuren der evangelischen politischen Theologin Dorothee Sölle (Sommer 2017) und nach Dresden und Görlitz auf den Spuren von Hildegard Burjan, Gründerin der Caritas socialis und eine der ersten österreichischen Parlamentarierinnen.
Siena
Auf den Spuren der großen Heiligen
Katharina von Siena, 1347 als 24. Kind einer Färberfamilie geboren, kann als frühe feministische Theologin bezeichnet werden, die heute noch Vorbild für uns ist. Als herausragende Frau des Mittelalters stand sie im Zentrum der Studienreise, an der 240 Frauen der kfbö im Oktober 2013 teilnahmen. Katharina war mutig, kritisierte die Kirche, war sozial engagiert und forderte den Papst zur Rückkehr aus seinem Exil in Avignon auf, um eine Kirchenspaltung zu verhindern. Sie war treibende Kraft, eine innere Reform der Kirche hin zu Demut und Armut voranzutreiben. 1461 wurde Katharina heiliggesprochen, 1866 zur Schutzpatronin von Rom erhoben und 1970 als Kirchenlehrerin anerkannt.
Auf den Spuren dieser beeindruckenden Frau zu wandeln, fühlte sich für die kfbö-Frauen bereichernd und stärkend an.
Von Bingen den Rhein entlang
Hildegard von Bingen und ihre Wirkungsstätten
Hildegard von Bingen gilt als eine der berühmtesten Frauen des deutschen Mittelalters. Ihre Talente waren vielfältig. Sie reichte von der Theologie bis zur Musik, Medizin, Natur- und Heilkunde. Sie setzte sich als Frau in einer von Männern dominierten Welt durch und wurde von Königen und kirchlichen Persönlichkeiten als Rat- und Trostgeberin aufgesucht und verehrt.
Bei der kfb-Frauenreise 2024 erkundeten wir die wichtigsten Wirkungsstätten der bedeutenden Heiligen und besuchten Bingen am Rhein, die Abtei St. Hildegard, die Klosterruine Disibodenberg und andere Orte, an denen ihre Lehren bis heute weitergetragen werden.
Dresden, Görlitz, Bautzen, Meissen
Gemeinsam Grenzen überwinden
Da im gleichen Jahr „30 Jahre Mauerfall“ gefeiert wurde, setzten die kfb-Frauen ihre Reise fort und trafen kfd-Frauen (Katholische Frauenbewegung Deutschlands) des Bistums Dresden Meissen. Diese boten ihnen wertvolle Einblicke in das Leben der Katholikinnen während der DDR-Ära und nach der Wende. Eine gemeinsame spirituelle Wanderung stärkte des Geist des Verbindenden.